Was kostet Individualsoftware in der Schweiz (2026)? Richtwerte, Treiber und wie man eine Offerte liest
Was Entwicklungsaufwand in der Schweiz kostet, die fünf Treiber jeder Offerte, die Kosten neben dem Umsetzungspreis und wie man versteckte Kosten erkennt.
Jede Woche fragt jemand eine Software-Agentur: «Was würde das ungefähr kosten?» – und bekommt entweder eine nutzlose Antwort («kommt darauf an») oder eine Zahl ohne Grundlage. Dieser Leitfaden liefert die Grundlagen: realistische Spannen für die Art von Unternehmenssoftware, die mittelständische Firmen in der Schweiz in Auftrag geben, die fünf Treiber, die eine Offerte bewegen, und die Fragen, die versteckte Kosten sichtbar machen, bevor Sie unterschreiben.
Die Zahlen sind unsere eigenen Planungsrichtwerte für die Projektgrössen, auf die wir ausgelegt sind, ergänzt um veröffentlichte Schweizer Marktdaten, wo es sie gibt. Sie sind Planungshilfen, keine Offerten.
Was Softwareentwicklung in der Schweiz pro Aufwandseinheit kostet
Schweizer Agenturen veröffentlichen eher Tages- oder Stundensätze als Projektpreise. Öffentliche Quellen nennen Agentur-Stundensätze für Entwicklung von grob CHF 100–200 und Senior-Tagessätze von grob CHF 1’500–2’200 (Quellen am Ende). Freelance-Sätze liegen meist bei CHF 100–180 pro Stunde, in Zürich, Basel und Genf höher.
Daraus folgen zwei Dinge:
- Ein Senior-Engineer-Monat kostet in der Schweiz zu Agentursätzen grob CHF 25’000–40’000. Ein dreimonatiges Projekt mit zwei Personen liegt bei CHF 150’000–240’000, bevor jemand eine Zeile Code geschrieben hat, die Sie sehen. Deshalb offerieren rein schweizerische Agenturen so, wie sie offerieren.
- Offerten für dasselbe Briefing unterscheiden sich um den Faktor drei. Dieselbe Quelle, die das Satzband nennt, nennt diese Varianz. Der Grund ist selten Gier; Briefings lassen Interpretationsspielraum, und jede Agentur füllt die Lücken mit eigenen Annahmen.
Unser Modell legt die Umsetzungskapazität nach Indien, unter Senior-Review aus Basel. Das senkt die Kostenbasis, ohne das Senior-Urteil zu entfernen. Billig wird Software dadurch nicht: Architektur, Integration und Abnahme müssen weiterhin von erfahrenen Leuten gemacht werden.
Wo die Projektrichtwerte stehen
Indikative CHF-Spannen pro Projekttyp – Schnittstellen ab CHF 25’000, interne Tools ab CHF 30’000, Portale ab CHF 60’000, Modernisierungen ab CHF 80’000 – veröffentlichen wir auf der Preisseite, zusammen mit den Zusammenarbeitsmodellen (kostenlose schriftliche Einschätzung, Discovery-Sprint zum Festpreis, Umsetzung zum Festpreis, festes Team) und den kommerziellen Bedingungen. Dieser Leitfaden wiederholt die Tabelle nicht; er erklärt, was ein Projekt innerhalb dieser Spannen bewegt und wie man Offerten vergleicht.
Kleinere Projekte gibt es: Eine einzelne, klar definierte Schnittstelle oder ein Pilot für ein internes Tool kann bei etwa CHF 10’000–15’000 beginnen. Darunter lohnt sich Senior-Beteiligung für den Auftraggeber nicht – und das sagen wir auch.
Die fünf Treiber, die eine Offerte bewegen
1. Schnittstellen – Anzahl und Qualität. Eine moderne, dokumentierte REST-API kostet einen Bruchteil einer SOAP-Schnittstelle mit undokumentiertem Verhalten, einer Datenbank, die niemand direkt anfassen darf, oder eines Dateiaustauschs mit einem Altsystem. Fragen Sie jeden Anbieter, wie viele Schnittstellen er gezählt und was er zu jeder angenommen hat.
2. Rollen und Berechtigungen. Eine interne Rolle mit Vollzugriff ist einfach. Fünf externe Rollen mit partnerspezifischer Datensicht, einer Freigabekette und einem Audit-Trail sind ein anderes System. Schreiben Sie die Rollen auf, bevor Sie nach Preisen fragen.
3. Anzahl und Vollständigkeit der Abläufe. Wir bepreisen nach Abläufen («Schaden mit Anhängen und Freigabe melden», «Rechnungen einsehen und herunterladen»), nicht nach Masken. Zehn vollständige Abläufe sind wertvoller – und berechenbarer – als dreissig halb spezifizierte.
4. Datenmigration. Daten aus einem Altsystem zu übernehmen und zu beweisen, dass sie korrekt angekommen sind, ist ein eigener Arbeitsstrang mit Proben und Abstimmungsberichten. Anbieter, die ihn nicht ausweisen, haben ihn entweder vergessen oder verrechnen ihn später.
5. Ihre Verfügbarkeit. Projekte bewegen sich mit der Geschwindigkeit der Entscheidungen. Ein Product Owner, der Fragen innerhalb eines Tages beantwortet, verkürzt das Projekt; einer, der nur alle zwei Wochen Zeit hat, verlängert es – und Zeit kostet auf beiden Seiten.
Kosten, die nicht im Umsetzungspreis stecken
- Cloud und Hosting: für ein typisches Portal oder Tool CHF 100–1’000 pro Monat, je nach Umgebungen, Backups und Verkehr. Hosting in der Schweiz kostet etwas mehr als in einer EU-Region.
- Lizenzen: Identity Provider, E-Mail-Versand, Monitoring, Karten- oder Zahlungsdienste. Meist klein, gelegentlich bedeutend (Preis pro Benutzer).
- Penetrationstest vor einem externen Go-live: ein Test durch Dritte ist typischerweise ein vier- bis tief fünfstelliger CHF-Posten.
- Support und Weiterentwicklung: Planen Sie 10–20 % der Umsetzungskosten pro Jahr für ein System, das mit dem Geschäft Schritt hält, oder einen monatlichen Retainer.
- Ihre eigene Zeit: Workshops, Abnahmetests, Schulung. Oft die am stärksten unterbudgetierte Position.
Wie man eine Offerte liest
Verlangen Sie von jedem Anbieter diese fünf Punkte schriftlich:
- Die Liste der enthaltenen Abläufe oder Funktionen – und der ausdrücklich ausgeschlossenen.
- Die Liste der Schnittstellen mit der Annahme zu jeder (API vorhanden? dokumentiert? Testsystem?).
- Wer die Arbeit macht, wo, und wer sie prüft.
- Was bei Umfangsänderungen passiert: wie Änderungswünsche bepreist und genehmigt werden.
- Was übergeben wird: Code, Konten, Dokumentation, Tests – und ob Sie zu einem anderen Anbieter wechseln könnten.
Unterscheiden sich zwei Offerten um mehr als 50 %, liegt der Unterschied fast immer in den Punkten 1 und 2. Klären Sie diese, bevor Sie Zahlen vergleichen.
Festpreis oder nach Aufwand?
Bei definiertem Umfang schützt ein Festpreis vor Überschreitungen und zwingt den Anbieter, vorher zu denken – aber nur, wenn der Umfang gut genug definiert ist, und genau dafür ist ein bezahlter Discovery-Sprint da. Abrechnung nach Aufwand passt zu sich entwickelnden Produkten und laufenden Teams. Nach unserer Erfahrung funktionieren die meisten mittelgrossen Projekte am besten hybrid: Discovery zum Festpreis, Umsetzung zum Festpreis in Meilensteinen, danach ein monatlicher Retainer für die Weiterentwicklung.
Quellen und Vorbehalte
Schweizer Agentur- und Freelance-Satzbänder: Übersichten von edana.ch (2025), tytos.ch, magicheidi.ch und pfeffersack.ch; Schweizer Entwicklergehälter von swissdevjobs.ch und glassdoor.com (abgerufen August 2026). Die Projektspannen sind Monoliths eigene Planungsrichtwerte für 2026 und weichen von denen anderer Agenturen ab. Nichts davon ist eine Offerte; Ihr Projekt wird nach einem Discovery-Sprint schriftlich bepreist.
Sie möchten einen Richtwert für ein konkretes Projekt? Beschreiben Sie es in unserer Projektanfrage, und Sie erhalten innerhalb von zwei Arbeitstagen eine schriftliche Einschätzung.